Die vier Lastfälle

Die perfekte Abdichtung bei jeder Wasserbeanspruchung

Die Auswahl des richtigen Abdichtungssystems hängt von der Art der Wasserbeanspruchung ab. Erst das richtige Einordnen der Belastung ermöglicht eine dauerhaft funktionsfähige Bauwerksabdichtung. Man unterscheidet die Wasserbeanspruchungen nach folgenden vier Lastfällen:

 

 1. Bodenfeuchte


Bodenfeuchte ist im Erdreich kapillar gebundenes Wasser. Durch Kapillarkräfte drängt es auch gegen die Schwerkraft fort. Bodenfeuchte ist als Mindest- beanspruchung immer im Erdreich vorhanden. Dieser geringste Lastfall kann nur angenommen werden, wenn das Baugelände bis zu einer ausreichenden Tiefe unter der Fundamentsohle aus nicht bindigem Boden besteht und Gleiches für das Verfüllmaterial gilt. Also zum Beispiel Sand oder Kies mit einem Durchlässigkeits-beiwert (K) von mindestens K > 10-4 m/s.
Oberflächen- und Regenwasser kann dann bis zum freien Grundwasserstand absickern, ohne hydrostatischen Druck auf die Abdichtung auszuüben.
 

 2. Nichtstauendes Wasser


Nichtstauendes Sickerwasser beansprucht die Abdichtung genauso wie der Lastfall Bodenfeuchte. Um dauerhaft dem Lastfall standzuhalten, muss allerdings ein Dränagesystem im Wand- und Bodenbereich eingebaut werden. Dieses besteht aus einer nach verbindlichen Einbauvorschriften gelegten Ringdränage und Dränelementen im Wandbereich, die zugleich als Schutzschicht der Bauwerksabdichtung fungieren.
 

 3. Zeitweise aufstauendes Sickerwasser


Zeitweise aufstauendes Sickerwasser übt einen hydrostatischen Druck auf die Abdichtung aus. Durch bindigen Boden kann das Wasser nicht schnell genug zum Grundwasser absickern und staut sich von unten nach oben auf. Die maximale Gründungstiefe liegt bei 3 m unter GOK. Der Bemessungswasserstand muss mindestens 300 mm unter der Unterkante der Bodenplatte liegen. Er ist möglichst aus langjährigen Beobachtungen zu ermitteln.
 

 4. Von aussen drückendes Wasser


Von aussen drückendes Wasser ist für die Abdichtung die gleiche Beanspruchung wie der Lastfall zeitweise aufstauendes Sickerwasser. Im Unterschied dazu liegt der Bemessungswasserstand weniger als 300 mm unter dert Unterkante der Bodenplkatte. Kunststoffmodifizierte Bitumenabdichtungen (KMB) im System werden seit Jahrzehnten für die Abdichtung dieses Lastfalls erfolgreich eingesetzt.